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„Großflächiger Stromausfall“ im Bezirk Gänserndorf- Übung des Bezirksführungsstabes

Am 3. Oktober 2026 wurde im Bezirk Gänserndorf eine umfassende Übung zur Bewältigung des Szenarios eines großflächigen und länger andauernden Stromausfalls durchgeführt. Im Mittelpunkt der Übung stand die Annahme eines weitreichenden Ausfalls der Stromversorgung, von dem insgesamt 22 Gemeinden im Bezirk Gänserndorf betroffen waren.

Ein derartiges Schadensereignis stellt die Behörden, Einsatzorganisationen, Gemeinden sowie die für die kritische Infrastruktur verantwortlichen Unternehmen vor besondere Herausforderungen. Neben der unmittelbaren Aufrechterhaltung der Sicherheit und Versorgung der Bevölkerung ist insbesondere die Sicherstellung der Führungsfähigkeit und des Informationsflusses von entscheidender Bedeutung.

Ziel der Übung war es daher, die bestehenden Strukturen, Zuständigkeiten und Abläufe für die Bewältigung eines großflächigen Stromausfalls praktisch zu erproben. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen der Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf, den betroffenen Gemeinden, den Einsatzorganisationen und den beteiligten Unternehmen.

Darüber hinaus sollte überprüft werden, wie Informationen unter erschwerten Bedingungen aufgenommen, bewertet, gebündelt, weitergegeben und in weiterer Folge für Führungsentscheidungen herangezogen werden können.

Einrichtung der Führungsstrukturen

Im Rahmen der Übung wurden sowohl bei der Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf als auch in den betroffenen Gemeinden entsprechende Führungsstäbe eingerichtet. Diese Führungsstäbe übernahmen die Koordination der jeweiligen Maßnahmen und stellten die laufende Bearbeitung der eingehenden Informationen sicher. Dabei galt es, die unterschiedlichen Meldungen aus den Gemeinden und von den Einsatzorganisationen zusammenzuführen, die aktuelle Lage zu beurteilen und daraus erforderliche Maßnahmen und Unterstützungsleistungen abzuleiten.

Parallel dazu wurde in der Bezirksalarmzentrale (BAZ) Gänserndorf der Bezirksführungsstab des Bezirksfeuerwehrkommandos Gänserndorf eingerichtet. Zwischen den einzelnen Führungsstellen erfolgte eine laufende Abstimmung. Dadurch sollte insbesondere sichergestellt werden, dass relevante Lageinformationen möglichst rasch an die jeweils zuständigen Stellen weitergegeben werden und notwendige Unterstützungsmaßnahmen koordiniert erfolgen können.

Ein wesentlicher Bestandteil der Übung war somit das Zusammenspiel der unterschiedlichen Führungsebenen. Dabei zeigte sich, dass eine klare Aufgabenverteilung und definierte Kommunikationswege eine wesentliche Voraussetzung für eine funktionierende Bewältigung einer großflächigen Schadenslage darstellen.

Besondere Herausforderung: Kommunikation bei Stromausfall

Eine der größten Herausforderungen des angenommenen Szenarios stellte die Aufrechterhaltung der Kommunikation dar. Bei einem großflächigen Stromausfall ist davon auszugehen, dass herkömmliche Kommunikations- und Informationswege nur eingeschränkt oder teilweise überhaupt nicht verfügbar sind. Elektronische Kommunikationsmittel können ausfallen oder nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung stehen. Dadurch verändert sich auch die Arbeit der Führungsstäbe grundlegend.

Um die Kommunikation zwischen den einzelnen Stellen auch unter den angenommenen Bedingungen eines Ausfalls herkömmlicher Kommunikationswege sicherzustellen, wurden im Rahmen der Übung mehrere Arbeitsplätze im Bezirksführungsstab der Feuerwehr eingerichtet. Dabei wurde eigene Funkstationen nach einem Kommunikationskonzept eingerichtet, die als übergeordnete Anlaufstelle für die jeweiligen Feuerwehren in den betroffenen Gemeinden diente. Diese übernahmen insbesondere die Funkkommunikation im Direct Mode mit den eingesetzten Feuerwehren und ermöglichten dadurch eine zentrale und gebündelte Kommunikation. Über diese Kommunikationsschiene wurden insbesondere Lageinformationen, Anforderungen und Rückmeldungen aus den Gemeinden übermittelt und an die zuständigen Stellen weitergeleitet. Dadurch konnte eine klare Kommunikationsstruktur geschaffen und die Koordination zwischen den Feuerwehren und dem Bezirksführungsstab auch bei einem Ausfall der regulären Kommunikationswege sichergestellt werden.

Die Übung machte deutlich, dass gerade bei einem großflächigen Stromausfall ein entsprechend vorbereitetes und belastbares Kommunikationskonzept von zentraler Bedeutung ist.

Einsatz von Botendiensten

Da im Übungsszenario davon ausgegangen wurde, dass eine elektronische Kommunikation zwischen den einzelnen Führungs- und Einsatzstellen nicht durchgehend möglich ist, wurden ergänzend Botendienste eingesetzt. Diese Aufgabe wurde durch Einheiten der Feuerwehren im Bezirk übernommen. Die eingesetzten Kräfte hatten dabei die Aufgabe, Meldungen, Informationen und erforderliche Unterlagen physisch zwischen den beteiligten Stellen zu übermitteln. Auf diese Weise konnte auch dann ein Informationsfluss sichergestellt werden, wenn eine elektronische Übermittlung nicht möglich war.

Der Einsatz von Botendiensten verdeutlichte dabei eine wesentliche Erkenntnis der Übung: Auch bei einer weitgehenden technischen Abhängigkeit moderner Kommunikationssysteme müssen für den Fall deren Ausfalls alternative und robuste Kommunikationswege vorgesehen und praktisch vorbereitet sein. Die physische Übermittlung von Informationen stellt zwar einen erheblich höheren personellen und zeitlichen Aufwand dar, kann im Ereignisfall jedoch eine wichtige Ergänzung beziehungsweise Rückfallebene darstellen.

Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen

Ein weiterer Schwerpunkt der Übung lag auf der organisationsübergreifenden Zusammenarbeit.

Bei einem großflächigen Stromausfall sind zahlreiche unterschiedliche Stellen gleichzeitig betroffen und aufeinander angewiesen. Neben der Bezirkshauptmannschaft und den Gemeinden spielen insbesondere die Feuerwehren und weitere Einsatzorganisationen sowie Unternehmen und Betreiber kritischer Infrastruktur eine wesentliche Rolle.

Im Rahmen der Übung wurde daher insbesondere das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Stellen betrachtet. Informationen mussten aufgenommen, bewertet und an die jeweils zuständigen Stellen weitergeleitet werden. Gleichzeitig mussten Unterstützungsanforderungen aus den betroffenen Gemeinden erfasst und entsprechend koordiniert werden. Die Übung bot dadurch die Möglichkeit, die bestehenden Kommunikations- und Führungsstrukturen unter möglichst realitätsnahen Bedingungen zu erproben.

Von besonderer Bedeutung war dabei die Bündelung der Informationen. Bei einer Schadenslage, die gleichzeitig zahlreiche Gemeinden betrifft, besteht die Gefahr, dass Informationen parallel über unterschiedliche Wege einlangen oder einzelne Informationen nicht an alle erforderlichen Stellen weitergegeben werden.

Eine zentrale und strukturierte Lageführung ist daher entscheidend, um ein möglichst einheitliches Lagebild zu erhalten und daraus entsprechende Maßnahmen ableiten zu können.

Besuch des Bezirksfeuerwehrkommandanten und der Bezirkshauptfrau

Im Zuge der Übung machten sich Bezirkshauptfrau des Bezirkes Gänserndorf, Mag. Claudia Pfeiler-Blach und Bezirksfeuerwehrkommandant Oberbrandrat Markus Unger, direkt in der BAZ Gänserndorf ein Bild von der laufenden Arbeit des dort eingerichteten Bezirksführungsstabes. Dabei konnten die Abläufe innerhalb der BAZ sowie die Zusammenarbeit zwischen dem Bezirksführungsstab, den weiteren Führungsstäben und den Feuerwehren des Bezirkes unmittelbar beobachtet werden. 

Der Besuch der Bezirkshauptfrau unterstrich die Bedeutung der engen Zusammenarbeit zwischen der Verwaltungsbehörde und den Einsatzorganisationen. Gerade bei einem großflächigen Stromausfall ist ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Bezirkshauptmannschaft, Gemeinden und Einsatzorganisationen wesentlich, um die Auswirkungen einer derartigen Schadenslage möglichst effektiv bewältigen zu können.

Durch den direkten Einblick in die Arbeit des Bezirksführungsstabes konnten die praktischen Herausforderungen der Lagebewältigung unmittelbar nachvollzogen und die Bedeutung einer funktionierenden Kommunikations- und Führungsstruktur verdeutlicht werden. Weiters wurden einige Gemeinden besucht, um sich vor Ort ein Bild von den Gegebenheiten zu machen und den direkten Austausch mit den Verantwortlichen zu fördern.

Erkenntnisse aus der Übung

Im Verlauf der Übung konnten die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen, die Abläufe innerhalb der Führungsstäbe sowie die Weitergabe und Verarbeitung von Informationen unter den angenommenen Bedingungen umfassend praktisch erprobt werden. Dabei zeigte sich insbesondere die zentrale Bedeutung einer verlässlichen und redundanten Kommunikationsstruktur.

Die Übung verdeutlichte, dass bei einem großflächigen Stromausfall nicht nur die eigentliche Stromversorgung betroffen ist. Vielmehr können in weiterer Folge zahlreiche weitere Bereiche der täglichen Versorgung und des öffentlichen Lebens beeinträchtigt werden. Dadurch steigt gleichzeitig der Koordinations- und Informationsbedarf.

Für die Führungsstäbe bedeutet dies, dass auch unter erschwerten technischen Rahmenbedingungen ein möglichst aktuelles und verlässliches Lagebild geschaffen werden muss. Die Einrichtung mehrerer Funkarbeitsplätze, die Nutzung des Direct Mode sowie der Einsatz von Botendiensten stellten dabei wichtige Elemente dar, um den Informationsfluss auch bei eingeschränkter technischer Infrastruktur aufrechterhalten zu können.

Darüber hinaus zeigte sich die Bedeutung klar definierter Zuständigkeiten und Kommunikationswege. Je größer die Zahl der gleichzeitig betroffenen Gemeinden und beteiligten Organisationen ist, desto wichtiger ist eine strukturierte Bearbeitung und Weiterleitung der eingehenden Informationen.

Ausblick und weitere Optimierung

Die durchgeführte Übung bot eine wichtige Möglichkeit, die bestehenden Strukturen und Abläufe für die Bewältigung eines großflächigen Stromausfalls unter realitätsnahen Bedingungen zu überprüfen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse können dazu genutzt werden, bestehende Abläufe weiterzuentwickeln und erkannte Optimierungsmöglichkeiten in die zukünftige Vorbereitung einfließen zu lassen. Insbesondere die Erfahrungen im Bereich der Kommunikation, der Informationsweitergabe und der organisationsübergreifenden Koordination stellen eine wertvolle Grundlage für die weitere Planung dar.

Von besonderer Bedeutung ist dabei die Aufrechterhaltung mehrerer voneinander unabhängiger Kommunikationswege. Neben technischen Kommunikationsmitteln müssen auch analoge beziehungsweise physische Möglichkeiten wie Botendienste als Rückfallebene berücksichtigt werden.Ebenso wichtig ist eine regelmäßige Überprüfung der vorhandenen Führungsstrukturen und der praktischen Abläufe. Nur durch regelmäßige Übungen können Schnittstellen erkannt, Zuständigkeiten überprüft und mögliche Schwachstellen rechtzeitig identifiziert werden.

Das Bezirksfeuerwehrkommando Gänserndorf bedankt sich herzlich bei allen beteiligten Gemeinden, Feuerwehren, Einsatzorganisationen und Unterstützern für die engagierte Teilnahme und die wertvolle Zusammenarbeit im Rahmen der Übung. Durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten die vorgesehenen Abläufe praxisnah erprobt, die Kommunikation und Koordination zwischen den einzelnen Stellen überprüft und wichtige Erkenntnisse für zukünftige Einsatzlagen gewonnen werden.

Waldbrandgefahr

Erhöhte Brandgefahr in Wäldern, Wiesen und Vegetationsflächen – Bitte helfen Sie mit, Brände zu verhindern! 

Die anhaltende Trockenheit erhöht derzeit das Risiko von Bränden in Wäldern, auf Wiesen sowie in allen trockenen Vegetationsflächen erheblich. Bereits eine kleine Unachtsamkeit kann ausreichen, um einen Brand auszulösen.

Wie in den vergangenen Tagen leider bereits mehrfach vorgekommen ist, kam es zu mehreren Bränden auf Wiesen, Feldern und in Vegetationsflächen. Auch der Bezirk Gänserndorf blieb davon nicht verschont. Diese Vorfälle zeigen eindrucksvoll, wie schnell sich Brände bei den derzeitigen Bedingungen entwickeln und ausbreiten können. Umso wichtiger ist es, dass wir alle besonders achtsam handeln und durch verantwortungsbewusstes Verhalten dazu beitragen, weitere Brände zu verhindern.

Mit verantwortungsvollem Verhalten kann jede und jeder dazu beitragen, unsere Natur zu schützen.

Brandgefahr vermeiden – Prävention

* In Wäldern und auf trockenen Vegetationsflächen nicht rauchen und keine Zigaretten oder andere glühende Gegenstände wegwerfen.

* Kein Lagerfeuer entzünden und nicht im oder am Wald, auf Wiesen oder in der Nähe trockener Vegetation grillen.

* Keine Kerzen, Fackeln oder sonstige offene Flammen in Wäldern oder auf Vegetationsflächen verwenden.

* Keine Funken oder andere Zündquellen verursachen.

* Fahrzeuge ausschließlich auf ausgewiesenen Parkplätzen abstellen, da heiße Auspuffanlagen und Katalysatoren trockenes Gras oder andere Vegetation entzünden können.

Verhalten im Ernstfall

Sollten Sie einen Brand in einem Wald, auf einer Wiese oder einer anderen Vegetationsfläche bemerken:

* Verlassen Sie den Gefahrenbereich umgehend – Ihre Sicherheit hat oberste Priorität.

* Verständigen Sie sofort die Feuerwehr unter dem Notruf 122.

* Achten Sie auf Windrichtung und Rauchausbreitung.

* Halten Sie Abstand zu Brandflächen sowie zu umsturzgefährdeten Bäumen oder anderen Gefahrenquellen.

Gemeinsam können wir Brände verhindern. Bitte handeln Sie achtsam und helfen Sie mit, Wälder, Wiesen und unsere gesamte Natur zu schützen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!