Am Samstag, den 19. September 2026, fand in Klosterneuburg eine Übung des Wasserdienst-Katastrophenhilfsdienstzuges (KHD) des Bezirkes Gänserndorf gemeinsam mit den Einsatzkräften der Feuerwehr Klosterneuburg statt.
Ziel der Übung war es, die Abläufe und die Zusammenarbeit über Bezirksgrenzen hinweg zu verbessern sowie die örtlichen Gegebenheiten und Besonderheiten der Region kennenzulernen. Als Übungsannahme wurde ein Hochwasserereignis herangezogen, bei dem der KHD-Zug des Bezirkes Gänserndorf zur Unterstützung der örtlichen Einsatzkräfte nach Klosterneuburg alarmiert wurde.
Zu Beginn der Übung galt es, mehrere unterschiedliche Einsatzszenarien abzuarbeiten. Beim ersten Szenario stand die Versorgung der Pionierinsel im Mittelpunkt. Angenommen wurde, dass die Insel aufgrund des Hochwassers nur mehr auf dem Wasserweg erreichbar war und entsprechend versorgt werden musste. Die Einsatzkräfte übernahmen dabei unter anderem die Treibstoff- und Lebensmittelversorgung und stellten auch die medizinische Versorgung sicher.
Im zweiten Szenario mussten verschiedene Hindernisse im Bereich des Gewässers beseitigt werden. Dabei wurde die Beseitigung eines Baumes sowie das Freimachen eines Durchstichs geübt. Zusätzlich musste eine Verklausung aufgelöst werden, um den ungehinderten Wasserabfluss wiederherzustellen. Die Einsatzkräfte waren dabei gefordert, die erforderlichen Maßnahmen unter den angenommenen Hochwasserbedingungen sicher und koordiniert durchzuführen.
Das dritte Szenario beschäftigte sich mit der Bergung eines IBC-Containers. Zunächst musste der im Wasser befindliche Container lokalisiert werden. Anschließend erfolgte dessen Sicherung, bevor er geborgen und zum Ufer verbracht werden konnte. Dabei wurde insbesondere das Zusammenspiel der eingesetzten Kräfte und Boote trainiert.
Im weiteren Verlauf der Übung kamen fünf zusätzliche Szenarien hinzu. Beim vierten Szenario wurde ein Fahrzeug in der Donau angenommen. Nach einer ersten Erkundung der Lage galt es, den Einsatzbereich abzusichern und die notwendigen Maßnahmen für eine anschließende Bergung des Fahrzeuges vorzubereiten.
Das fünfte Szenario stellte eine Personenrettung mittels Boot dar. Die Einsatzkräfte mussten zunächst die im Wasser befindliche Person auffinden und anschließend sicher aus dem Wasser retten. Nach der erfolgreichen Rettung wurde die Person an den Rettungsdienst zur weiteren medizinischen Versorgung übergeben.
Beim sechsten Szenario wurde ein Uferbrand im Bereich der unteren Slipstelle angenommen. Hier lag der Schwerpunkt auf der raschen Brandbekämpfung. Gleichzeitig mussten die angrenzenden Bereiche geschützt und eine weitere Ausbreitung des Brandes verhindert werden.
Das siebente Szenario war die Bergung mehrerer Mistkübel. Diese mussten zunächst im Bereich des Gewässers aufgefunden und anschließend geborgen werden. Nach der Bergung wurden die Mistkübel aufgenommen und zum Katastrophenschutzlager transportiert.
Den Abschluss der Übung bildete die Personenrettung von mehreren Jugendlichen, welche in einem abgeschiedenen Uferbereich festsaßen.
Die zahlreichen unterschiedlichen Übungsszenarien ermöglichten es den Einsatzkräften, verschiedenste Aufgaben unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren. Gleichzeitig konnten die Zusammenarbeit und die Kommunikation zwischen den Einsatzkräften des Bezirkes Gänserndorf und der Feuerwehr Klosterneuburg weiter gefestigt werden.
Die Übung zeigte einmal mehr die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit und Vorbereitung für den Ernstfall. Gerade bei großflächigen Hochwasser- und Katastropheneinsätzen ist es entscheidend, dass Einsatzkräfte auch über Bezirksgrenzen hinweg effizient zusammenarbeiten und mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut sind.
Als Übungsteilnehmer waren der KHD-Zug 6/4 des Bezirkes Gänserndorf, die Feuerwehr Klosterneuburg sowie die Tauchdienstgruppe Ost im Einsatz. Durch die gemeinsame Abarbeitung der verschiedenen Szenarien konnten die Zusammenarbeit und die Koordination zwischen den beteiligten Einheiten weiter gefestigt und wichtige Erfahrungen für zukünftige Einsätze gesammelt werden.
Ein besonderer Dank gilt der Feuerwehr Klosterneuburg sowie dem Bezirkssachbearbeiter Wasserdienst des Bezirkes Tulln, Martin Winkelmayer, für die ausgezeichnete Zusammenarbeit sowie für die Unterstützung bei der Ausarbeitung und Umsetzung der einzelnen Übungsszenarien.
Ein weiteres herzliches Dankeschön gilt dem Versorgungsdienst des Bezirkes Gänserndorf, der während der gesamten Übung für die Verpflegung der eingesetzten Kräfte sorgte und damit ebenfalls einen wichtigen Beitrag zum erfolgreichen Ablauf der Übung leistete.
Fotos (C) BFKDO Gänserndorf Presseteam (Thomas Geiter / Nicole Zeitler / Michael Bäck)