Am Freitag, den 13. März 2026, wurde die Feuerwehr der Stadt Korneuburg zu einem schweren Verkehrsunfall auf der Auffahrt von der S1 auf die A22 alarmiert. Aus bislang ungeklärter Ursache war dort ein Lastkraftwagen verunfallt und seitlich auf der Fahrbahn zum Liegen gekommen. Bereits bei der Alarmierung war klar, dass es sich um eine größere Einsatzlage handeln könnte.
Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bestätigte sich die Lage rasch: Der umgestürzte LKW blockierte Teile der Fahrbahn und zwei Personen befanden sich verletzt im Bereich des Unfallfahrzeugs. Lenker und Beifahrer wurden beim Unfall verletzt und mussten durch den Rettungsdienst medizinisch erstversorgt werden. Aufgrund der Verletzungen wurde ein Patient anschließend mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Der zweite Verletzte wurde durch einen Rettungswagen in ein umliegendes Krankenhaus transportiert.
Währenddessen führten die Einsatzkräfte der Feuerwehr eine erste umfassende Lageerkundung durch und sicherten die Unfallstelle ab. Dabei stellte sich heraus, dass es sich bei dem verunfallten Fahrzeug um einen Gefahrguttransport handelte. Der LKW hatte rund 10.000 Liter Ammoniumchlorid geladen. Aufgrund des transportierten Stoffes sowie der Beschädigung des Fahrzeugs musste von einer potenziellen Gefahrstofflage ausgegangen werden.
Umgehend wurden daher die Spezialkräfte des Schadstoffzuges des Bezirks Gänserndorf zur Unterstützung nachalarmiert. Parallel dazu wurden umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Der Gefahrenbereich wurde abgesperrt, Brandschutz aufgebaut und die Lage laufend überwacht, um eine mögliche Gefährdung für Einsatzkräfte, Verkehrsteilnehmer und Umwelt auszuschließen.
Nach dem Eintreffen der Spezialkräfte begann eine detaillierte Beurteilung der Ladung sowie des beschädigten Transportbehälters. In weiterer Folge wurde entschieden, den transportierten Stoff kontrolliert aus dem verunfallten Fahrzeug abzupumpen und in ein geeignetes Ersatztransportfahrzeug umzufüllen. Diese Arbeiten gestalteten sich besonders aufwendig, da sie anfangs unter Schutzstufe 2 durchgeführt werden mussten.
Mittels spezieller Pump- und Umfülltechnik wurde das Ammoniumchlorid schrittweise aus dem Tank in einen bereitgestellten geeigneten Transport-LKW umgepumpt. Während dieser Arbeiten überwachten die eingesetzten Kräfte laufend die Situation, um mögliche Leckagen oder Gefährdungen sofort erkennen und entsprechend reagieren zu können.
Erst nachdem der gesamte Gefahrstoff vollständig umgepumpt und die Situation als sicher eingestuft werden konnte, wurde mit der Bergung des verunfallten LKW begonnen. Diese erfolgte durch eine spezialisierte Fachfirma für Schwerfahrzeugbergung. Während der gesamten Bergungsarbeiten verblieben die Kräfte des Schadstoffzuges Gänserndorf an der Einsatzstelle, um weiterhin die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen sicherzustellen.
Neben den Einsatzkräften der örtlichen Feuerwehren stand der Schadstoffzug Gänserndorf unter dem Kommando von FT Markus Weinhofer mit insgesamt 38 Einsatzkräften und 8 Fahrzeugen im Einsatz. Ebenfalls an der Einsatzstelle befanden sich Abschnittskommandant des Abschnittes Gänserndorf Brandrat Christian Schantl, sowie ein Mitglied des Presseteams des Bezirksfeuerwehrkommando Gänserndorf. Insgesamt standen rund 65 Einsatzkräfte im Einsatz.
Das Bezirksfeuerwehrkommando Gänserndorf bedankt sich ausdrücklich bei allen eingesetzten Kräften der Feuerwehr, des Rettungsdienstes sowie bei allen beteiligten Organisationen und Fachfirmen für die professionelle und hervorragende Zusammenarbeit bei diesem herausfordernden Einsatz.
Text & Bilder: BSB Michael Bäck - BFKDO Presseteam