Am Dienstag, dem 4. August 2026, wurden zahlreiche Feuerwehren des Bezirkes Gänserndorf zu einem Vegetationsbrand im Bereich der Lobau alarmiert. Bereits kurz nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte zeigte sich das enorme Ausmaß des Brandgeschehens. Das Feuer, das sich überwiegend auf Wiener Stadtgebiet entwickelt hatte, breitete sich aufgrund der anhaltenden Trockenheit, der hohen Temperaturen und der teils auffrischenden Windverhältnisse rasch in Richtung Niederösterreich aus. Aufgrund der dynamischen Lage wurde umgehend die Alarmstufe B4 ausgelöst, wodurch innerhalb kürzester Zeit weitere Feuerwehren und Spezialkräfte zur Unterstützung mobilisiert werden konnten.
Insgesamt standen die Freiwillige Feuerwehren aus Niederösterreich mit 46 Fahrzeugen und 226 Einsatzkräften im Einsatz. Zur Bekämpfung des ausgedehnten Vegetationsbrandes wurden neben den örtlichen Feuerwehren auch die Sonderdienstgruppe Waldbrandbekämpfung sowie im weiteren Einsatzverlauf der Sonderdienstzug Waldbrandbekämpfung – Zug Ost eingesetzt. Die speziell ausgerüsteten Kräfte unterstützten die Brandbekämpfung insbesondere in schwer zugänglichen Bereichen und errichteten gemeinsam mit den eingesetzten Feuerwehren Riegelstellungen, um eine weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern.
Eine wesentliche Unterstützung erfolgte auch aus der Luft. Der Polizeihubschrauber „Libelle“ unterstützte mit mehreren gezielten Wasserabwürfen die bodengebundenen Einsatzkräfte. Durch das koordinierte Zusammenspiel von Luft- und Bodeneinsatz konnten kritische Brandherde rasch eingedämmt und ein weiterer Flächengewinn des Feuers verhindert werden.
Da sich im unmittelbaren Gefahrenbereich des Brandes auch eine Gasstation der OMV befand, wurde vorsorglich die Betriebsfeuerwehr OMV in den Einsatz eingebunden. Gemeinsam mit den eingesetzten Kräften wurden umfangreiche Schutzmaßnahmen gesetzt, um die kritische Infrastruktur zu sichern und eine Gefährdung auszuschließen.
Zur Bewältigung des umfangreichen Einsatzgeschehens wurde zusätzlich die Führungsunterstützung des Bezirkes Gänserndorf alarmiert. Diese übernahm zahlreiche Aufgaben innerhalb der Einsatzleitung, darunter die Lageführung, Einsatzdokumentation, Kommunikationskoordination, Kräfteübersicht sowie die Unterstützung der Einsatzleitung bei taktischen Entscheidungen. Dadurch konnte trotz der großen Anzahl an Einsatzkräften und Fahrzeugen ein geordneter und effizienter Einsatzablauf gewährleistet werden.
Nachdem die größten Brandherde unter Kontrolle gebracht worden waren, kam die Drohne des Einsatzleitfahrzeuges Matzen zur Lageerkundung und Nachkontrolle zum Einsatz. Mithilfe der Wärmebildkamera konnten verbliebene Glutnester und Hotspots rasch lokalisiert und deren genaue Position an die eingesetzten Bodentrupps weitergegeben werden. Diese führten gezielte Nachlöscharbeiten durch und verhinderten so ein erneutes Aufflammen des Brandes.
Gegen Mitternacht konnten die eingesetzten Kräfte der niederösterreichischen Feuerwehren ihren Einsatz nach rund zehn Stunden beenden. Nach einer gemeinsamen Lagebeurteilung und in enger Abstimmung mit der Einsatzleitung Wien wurde der gesamte Einsatzbereich an die Berufsfeuerwehr Wien übergeben. Diese übernahm die weiteren Kontroll- und Nachlöscharbeiten sowie die fortlaufende Überwachung des Brandgebietes.
Die anhaltende Hitzewelle mit Temperaturen von rund 40 °C stellte die Einsatzkräfte während des gesamten Einsatzes vor enorme körperliche Herausforderungen. Die extremen Bedingungen erschwerten die Löscharbeiten erheblich und machten regelmäßige Personalwechsel sowie eine laufende Versorgung der Einsatzkräfte mit Getränken erforderlich. Gleichzeitig erhöhte die ausgetrocknete Vegetation die Gefahr einer erneuten Brandausbreitung, weshalb das betroffene Gebiet laufend kontrolliert werden musste.
Dank des professionellen und reibungslosen Zusammenwirkens aller eingesetzten Feuerwehren, Sonderdienste, der Flugunterstützung sowie der weiteren Einsatzorganisationen konnte die Ausbreitung des Vegetationsbrandes schließlich gestoppt und der Brand unter Kontrolle gebracht werden. Der Einsatz zeigte einmal mehr, wie wichtig die bundesländerübergreifende Zusammenarbeit und der Einsatz spezialisierter Kräfte bei der Bekämpfung von Vegetations- und Waldbränden sind.